Wirtschaft

Nepal zählt heute zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Eine moderne Wirtschaft in all ihrer Komplexität ist erst seit kurzem im Entstehen. Bis 1951 war das Land von der Außenwelt abgeschnitten, Außenhandel fand nur in Form von Tauschgeschäften mit Indien und Tibet statt. Nach Öffnung des Landes wuchs das Handelsvolumen rapide. Doch um auf dem Weltmarkt mitspielen zu können, waren Devisen nötig. Auf Grund seiner sehr begrenzten natürlichen Ressourcen und seiner wenig entwickelten Landwirtschaft verzeichnet Nepal ein krasses Außenhandelsdefizit: Im Durchschnitt muss viermal so viel importiert werden, wie exportiert werden kann. Zum Ausgleich dieser eklatanten Einbußen fließen stattliche Kredite und Hilfsgelder ins Land, die bisher allerdings kaum eine strukturelle Veränderung der Verhältnisse haben herbeiführen können. Um in absehbarer Zeit auf wirtschaftlich sicherem Fuß stehen zu können, versucht die Regierung die Industrialisierung des Landes voranzutreiben. Dabei konnte sie aber noch keine großen Erfolge vermerken: Noch immer arbeiten fast 90 % der arbeitsfähigen Bevölkerung in der Land- und Forstwirtschaft, das weit verbreitete Analphabetentum und der daraus resultierende Mangel an ausgebildeten Arbeitskräften hemmt eine schnelle Strukturveränderung.